DE:BUG Kolumne 1, Dezember 1999
BUSINESS TALK
von Rafael Horzon
direkt aus Berlin
Marketingexperte Rafael Horzon, 29, Geschäftsführer der Unternehmensgruppe modocom (www.modocom.de), schreibt exklusiv für DE:BUG über neue Business-Strategien.
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
träumen wir nicht alle insgeheim davon: Vom eigenen Unternehmen, von Break Even und Cash Flow, von Umsatz-, Absatz-, und Gewinn-Steigerung? Natürlich! Aber für die meisten von uns waren diese Träume bislang nur "Schäume".
Dabei ist wirtschaftlicher Erfolg keine Hexerei! In dieser neuen Kolumne "Business Talk" möchte ich Ihnen zeigen, wie leicht der Weg nach ganz oben unter Umständen gegebenenfalls manchmal sein kann!
I. Der Schlüssel zum Erfolg: Das gute Produkt
Am Anfang jeder Erfolgsstory steht auch in der Wirtschaft immer eine Idee, im Normalfall eine Produktidee. Diese Idee muß gar nicht unbedingt ausgefallen sein, oftmals sind gerade die einfachsten Ideen die besten! Vor allem aber sollte Ihre Idee neu sein, denn nur ein neues Produkt sichert Ihnen die Alleinstellung im Markt und damit fast zwangsläufig wirtschaftlichen Erfolg, Ansehen, Luxus etc.
Wie aber finde ich eine solche neue Idee für ein neues Produkt? Mein persönlicher Tip: Tragen Sie von nun an immer einen kleinen Notizblock mit sich, Sie werden sehen, die besten Einfälle kommen ganz unverhofft. Beispiel: Sie sitzen am Frühstückstisch, plötzlich fällt Ihnen auf: Warum ist noch niemand auf die Idee gekommen, Marmelade in der Tube anzubieten? Warum gibt es kein Flüssig-Salz? Oder Tee-Wurst im Tetra-Pak?
Denn auch die Verbindung verschiedener altbekannter Produkt-Elemente kann eine neue Idee ergeben, und diese neue Idee ist evtl. der Startschuß für Ihre eigene Wirtschafts-Traum-Karriere! Beginnen Sie mit der Ideensuche möglichst bald, denn sie ist der Schlüssel zum Geschäftserfolg. Beginnen Sie am besten gleich heute! Oder wenigstens morgen! Aber nicht erst übermorgen. Denn übermorgen heißt im Regelfall: überhaupt nicht!
Um Ihnen die eigene Produktfindung zu erleichtern, und um Ihnen zu ersparen, mit einem unsinnigen Produkt auf die Nase zu fallen, wollen wir den Produktplanungsprozeß in drei Schritte unterteilen:
1. Suche nach Produktideen:
Nutzen Sie alle Quellen, fragen Sie Ihre Freunde und Bekannten, hören Sie auch in der U- oder Straßen-Bahn genau hin. Jedes mitgehörte Gespräch kann für Sie (unter Umständen) von unermeßlichem Nutzen sein. Beispiel: Eine ca. 60jährige Passagierin klagt in der U-Bahn über haltlos in ihrer Wohnung verstreute Aktenordner. Offensichtlich leidet sie unter dem sogenannten "Messie-Syndrom": Menschen mit diesem Krankheitsbild sind nicht in der Lage, ihre Wohnung in Ordnung zu halten. Hier liegt Ihre Chance: Konzipieren Sie ein Regalsystem speziell für Aktenordner!
2. Auswahl von Produktideen:
Verwerfen Sie Produktideen niemals sofort, notieren Sie alles, was Ihnen auch nur im Ansatz aussichtsreich erscheint. Erst nach einigen Tagen sollten Sie Ihre Ideen auswählen und sich für die aussichtsreichste Produktidee entscheiden.
3. Einführung des Neuproduktes:
Führen Sie Ihr Produkt ein.
II. Motivationsloch
Es ist gefährlicher als das Schwarze Loch. Es raubt dem Standort Deutschland täglich kreative Energien. In das "Motivationsloch" fällt jeder einmal. Oftmals reicht dann ein winziges Detail, um einem die ganze Sinnlosigkeit unseres Daseins vor Augen zu führen. Was tun? Mein persönlicher Tip an Sie: Treiben Sie Sport, legen Sie Ihre Lieblingsplatte auf, holen Sie Ihr Saxofon aus dem Etui und blasen Sie den Trübsinn einfach aus sich heraus.
III. Der Weg zum Kunden
Zum wirtschaftlichen Erfolg gehören viele Faktoren. Einer ist, wie bereits besprochen, das gute Produkt. Ein anderer ist der Vertrieb. Denn was nützt Ihnen das schönste Produkt, wenn Sie nicht in der Lage sind, es an den Mann zu bringen?
Neben den klassischen Vertriebskanälen (Außendienstverkäufer, Warenhaus, Möbelkette) gewinnen neue Technologien in diesem Bereich wachsende Bedeutung. Stichwort "eCommerce" der Handel via Internet. Bedenken Sie hierbei jedoch: Wo nicht digitalisierbare Produkte gehandelt werden (z.B. Nahrungsmittel), bleibt eCommerce eine, wenn auch sehr moderne, Variante des Versandhandels.
Ein weiteres Manko: Die Kosten! Ein gelungener Web-Auftritt hat seinen Preis (ab ca. DM 10 000 aufwärts), und auf einen unprofessionell gemachten "Low-Cost"-Auftritt reagiert der Kunde äußerst sensibel. Hier genügt ein Klick, dann gilt: "They never come back!"
Kundenbindung und Kundeninteressierung beginnt bei der Aufmachung, das sollten Sie auch bei Ihrem Web-Auftritt beachten. Die Aufmachung sollte dem Inhalt entsprechen: Schrill bis flippig für Trendprodukte (Energy-Drinks, Jojos, DJ-Hüte), klassisch bis seriös für Luxusgüter (Top-Immobilien, Juwelen, Schmuck-Atlanten). Wer diese Faustregel befolgt und die "Internet-Community" mit einem wirklich benutzerfreundlichen Konzept überrascht, hat auch im eCommerce die besten Karten: Auch für Ihr Unternehmen steht in diesem Fall einer rasanten Umsatz-/Absatz-/Gewinnsteigerung fast schon gar nichts mehr im Wege!
Bis zum nächsten Mal, Ihr
Rafael Horzon
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