Rafael Horzon
Kolumne für die Zeitschrift "Der Freund", Ausgabe 3
Meine Matratzen
Folge 1: Der Matratzenkauf
Ein Drittel unseres Lebens verbringen wir im Schlaf. Grund genug, bei der Betten- und Matratzenwahl nicht nur aufs Design zu schauen, sondern auch die Kriterien Komfort und Bequemlichkeit zu berücksichtigen.
Menschen, die sich nach sechs oder sieben Stunden Schlaf "wie gerädert" fühlen, haben sich in der Nacht nicht ausreichend erholt. Wer die Nacht nutzen möchte, um Energie für den nächsten Tag zu tanken, sollte beim nächsten Betten- und Matratzenkauf daher folgende Checkliste abfragen. Denn Matratze ist nicht gleich Matratze:
Welcher Schläfertyp sind Sie? In welcher Position schlafen Sie in der Regel ein?
Rückenschläfer sollten darauf achten, dass der Lattenrost eine Gesässunterstützung bietet und der Lendenwirbelbereich optimal entlastet wird.
Für Bauchschläfer sollte der Lattenrost mit einer Bauchschläferbrücke ausgestattet sein, die für eine Entlastung des Hohlkreuzes und für die Taillenunterstützung bei stark konturierten Seitenschläfern sorgt.
Seitenschläfer sollten darauf bestehen, dass der Schulterbereich ihres Körpers abgesenkt und somit die Halswirbelsäule entlastet werden kann, z.B. durch eine im Lattenrost eingebaute Schulterabsenkung.
Wie gross und wie schwer sind Sie?
Die Grösse und auch das Gewicht sind wichtige Informationen, die bei der Auswahl des Matratzen-Härtegrades eine entscheidende Rolle spielen. Je ausgeprägter die Körperkontur ist, desto höher muss die Matratze sein. Je schwerer der Schläfer, desto fester muss die Matratze sein. Grundsätzlich gilt, dass der Kontaktflächendruck (z.B. an Schultern, Becken, Knien...) so gering wie möglich gehalten werden muss.
Schwitzen Sie in der Nacht?
Wenn Sie nachts einen hohen Feuchtigkeitsverlust haben, dann sollten Sie darauf achten, dass Ihre Matratze mit einer Schafschurwollpolsterung ausgestattet ist. Schafschurwolle kann viel Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich feucht anzufühlen und gibt sie leicht wieder ab. Sorgen Sie für ein gutes Bettklima. Achten Sie darauf, dass auch Ihre Bettdecke und Ihr Kopfkissen eine gute Feuchtigkeitsregulierung gewährleisten.
Leiden Sie unter Allergien? Wenn ja unter welchen?
Wenn Sie z.B. regelmässig morgens mit einer verstopften Nase aufwachen, könnte dies ein erstes Anzeichen für eine Hausstauballergie sein.
Diesem Problem könnte mit einfachen Mitteln entgegengewirkt werden.
Der Liege- und Schlafexperte Werner Traub aus Bremerhaven nennt folgende Grundregeln für den gesunden Schlaf des Allergikers:
1. Vermeiden Sie unnötige Staubritzen (z.B. Steppnähte oder Paspelnähte) an Ihrer neuen Matratze.
2. Achten Sie auf eher glatte Bezugsstoffe, vermeiden Sie also Frottee- oder andere raue Stoffe.
3. Der Bezugsstoff sollte sehr leicht abnehmbar und vor allem kochbar sein.
4. Latexallergiker sollten auf Kaltschaummatratzen ausweichen, diese sind aus ergonomischer Sicht ebenso empfehlenswert wie Latex.
5. Vermeiden Sie Matratzen-Polsterungen, die auf Dauer nur unnötigen Mikrostaub erzeugen z.B.: Schafwolle, Rosshaar, Baumwolle, Kokos oder ähnliches. Ergonomische Prüfungen haben gezeigt, dass diese Polsterauflagen für gesundes Liegen keinesfalls nötig sind.
6. Achten Sie darauf dass keine bedenklichen Materialien in der Matratze verarbeitet sind. Fordern Sie ein entsprechendes Zertifikat an.
7. Idealerweise kann man auf seine Matratze noch eine möglichst dünne kochbare Hygienedecke legen, die wenn nötig wochenweise gewaschen werden kann.
Abschliessend ein gutgemeinter Tipp: Finger weg von dubiosen Matratzenberatern. In einem wirklich guten Geschäft steht immer der Kunde und sein Bedürfnis im Vordergrund, niemals die Ware, die der Verkäufer gerade verkaufen will oder muss.
Fazit: Augen auf beim Matratzenkauf!
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